Der Konsum von Fleisch wird immer wieder in Zusammenhang mit dem Klimawandel gebracht. Auch wir haben im Zusammenhang mit dem CO2-Fußabdruck bereits über das Thema Fleischkonsum gesprochen. Oft ranken sich um das Thema jedoch Mythen, Klischees und Vorurteile. Wir fassen die wichtigsten Fakten zum Thema kurz zusammen.
Wie viel Fleisch konsumieren wir?
Der weltweite Fleischkonsum nimmt aufgrund des wachsenden Wohlstands stetig zu. Weltweit konsumiert jede Person durchschnittlich 43kg Fleisch im Jahr, in Industrieländern sogar beinahe 70kg.
Warum ist Fleischkonsum schlechter fürs Klima, als eine pflanzliche Ernährungsweise?
14,5% der Treibhausgasemissionen werden von der Nutztierhaltung verursacht, neben CO2 enthält dieser Wert auch den Ausstoß von Methan und Lachgas, welche um ein vielfaches klimawirksamer sind als CO2. Aufgrund der stetig steigenden Anzahl an Nutztieren wird auch stetig mehr Weidefläche benötigt, genauso wie Ackerfläche für die Futtermittelproduktion. Besonders in der Intensivtierhaltung wird Soja als eiweißreiches Hauptfuttermittel eingesetzt. 70% der weltweiten Sojaproduktion wird für die Nutztierhaltung benötigt, anstatt direkt als Nahrungsmittel für den Menschen zu dienen. Der Flächenverbrauch für den Sojaanbau ist dabei enorm und sorgt für die zunehmende Abholzung von ökologisch wertvollen Regenwaldflächen, welche somit ihre CO2-kompensierende Wirkung verlieren. Auch in Deutschland ist der Flächenverbrauch für die Tierhaltung enorm – 60% der Getreideäcker werden nur für die Futtermittelproduktion benötigt.
Zusätzlich ist die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen für die Nutztierhaltung ineffizient, da eine wesentlich größere Menge an Energie für die Futtermittelproduktion sowie die Tierhaltung an sich aufgewendet werden muss, um ein Tier bis zur Schlachtung zu ernähren, als um eine Pflanze anzubauen, die direkt verzehrt wird. Dazu kommt der hohe Trinkwasserverbrauch, der für die Fleischproduktion benötigt wird – ein Kilo Rindfleisch verbraucht etwa 15.000 Liter Wasser. Im Vergleich dazu verbraucht ein Kilo Tomaten aus dem Supermarkt etwa 250 Liter Wasser.
Wie viel macht ein Verzicht auf Fleisch tatsächlich aus?
Mithilfe eines Verzichts auf Fleisch kann der durchschnittliche Europäer seinen persönlichen Treibhausgasausstoß um etwa 1,8 Tonnen (32%) pro Jahr reduzieren. Nordamerikaner können sogar bis zu 4 Tonnen jährlich einsparen, da sie im Durchschnitt noch mehr Fleisch konsumieren.
Was sollten wir tun?
Um unseren persönlichen Klimafußabdruck zu verbessern, empfiehlt es sich, auf das ein oder andere Fleischgericht zu verzichten und auf Dauer regelmäßig vegetarische und vegane Gerichte in seinen Speiseplan zu integrieren. Beim Kauf von Fleisch empfiehlt es sich zudem, möglichst auf regionale, kleinbäuerliche Fleischerzeuger zurückzugreifen anstatt auf Discounter-Ware aus Massentierhaltung.
Quellen:
