Windenergie zählt zu den zentralen Technologien der Energiewende. Doch bei jedem einzelnen Projekt – wie beim geplanten Windpark am Standort Lindenrain – müssen ökologische, ökonomische und technische Aspekte sorgfältig geprüft werden. Obwohl Vorrangflächen unter Berücksichtigung multipler Standortfaktoren ausgewiesen wurden, gilt: am Ende entscheidet das Detail am Standort. Aus diesem Grund fordert unsere Initiative, dass zwei besonders sensible Bereiche konsequent adressiert werden: ① Einsatz moderner Technik zur Arten- und Vogelschutzüberwachung, ② Baumfällungen im Wald. Unsere beiden Blogbeiträge zum Thema beleuchten jeweils diese Forderung im Detail.
Teil 1: Technischen Fortschritt nutzen – Vogelschutz durch KI-Systeme
Windenergieanlagen (WEAs) im Wald oder in der freien Landschaft bergen ein potenzielles Risiko für Vögel und Fledermäuse – insbesondere durch Kollisionen oder störende Effekte. Doch moderne Detektions- und Abschaltsysteme eröffnen neue Möglichkeiten: Kamerasysteme mit künstlicher Intelligenz (KI) erkennen geschützte Arten in Echtzeit und lösen automatisch Maßnahmen aus.
Ein Beispiel: Das Unternehmen BirdVision bietet eine Lösung, bei der großflächige Kameraüberwachung in Kombination mit neuronalen Netzen eingesetzt wird, um potenziell gefährdete Vögel frühzeitig zu erkennen – und Turbinen nur gezielt abzuschalten, wenn Gefahr besteht.
Auch internationale Systeme wie IdentiFlight (USA) oder DTBird setzen auf vergleichbare Technologien. Studien zeigen, dass solche Systeme nicht nur technisch gut funktionieren, sondern auch Kollisionsraten deutlich reduzieren.
Warum wir den Einsatz fordern
- Ökologisch: Jede vermiedene Tötung oder erhebliche Störung von Vögeln bringt echten Artenschutz-Nutzen.
- Ökonomisch: „Blindabschaltungen“ von Turbinen bedeuten Produktionsausfälle – gezielte Abschaltungen minimieren diese.
- Rechtlich: Der EuGH bestätigt, dass der Schutz aller Vögel gilt – auch unbeabsichtigte Auswirkungen zählen.
Unsere Forderung
Wir verlangen, dass am Standort Lindenrain ein entsprechendes System standardmäßig eingesetzt wird. Damit setzen wir ein Zeichen: Windkraft soll nicht auf Kosten der Natur gehen.
Ausblick & Umsetzung
Die Umsetzung müsste folgende Punkte umfassen: Integration eines geeigneten Systems in die Planung, Stabilitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfung, Monitoring-Berichte für Öffentlichkeit und Behörden.
Gemeinsam mit der Initiative Pro Windkraft Lindenrain und dem BUND in der Region setzen wir uns für unsere Forderung ein uns bleiben für Sie am Ball.
Weiterführende Links:
Positionspapier zu Antikollisionssystemen bei Windkraftanlagen: https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/01-mensch-und-umwelt/03-naturschutz/20250122_BWE_Positionspapier_Antikollisionssysteme.pdf?utm_source=chatgpt.com
Einsatz von BirdVision in Schwäbisch Hall: https://stadtwerke-hall.de/ueber-uns/aktuelles/news/artikel/birdvision-windpark-rote-steige?utm_source=chatgpt.com
EUGH-Urteil zum Vogelschutz: https://naturschutz-initiative.de/aktuell/neuigkeiten/eugh-alle-vogelarten-sind-streng-geschuetzt/#:~:text=Der%20EuGH%20machte%20auch%20keinen,etwa%20von%20Windkraftanlagen%2C%20berücksichtigt%20werden.
Internationale Quellen:
